Rosenkohl fermentieren mit Apfel und rosa Pfeffer
Eigenschaften
Wenn man Weißkohl zu Sauerkraut machen kann, warum dann nicht auch mal Rosenkohl fermentieren? Die kleinen Mini-Kohlköpfe machen sich super im Fermentationsglas und werden mit Apfelspalten und rosa Pfefferbeeren aromatisiert. Warum haben wir das eigentlich nicht schon früher probiert? Fermentierter Rosenkohl ist schnell gemacht und ein leckere Alternative.
Rosenkohl: eine Vitaminbombe
Rosenkohl genießt ja leider oft einen schlechten Ruf. Wenn ich an den Rosenkohl meiner Kindheit denke, ist da auch etwas dran: häufig zu bitter, oft in einer dicken Rahmsoße serviert – das war einfach nicht mein Ding.
Heute weiß ich Rosenkohl dagegen sehr zu schätzen. Allerdings am liebsten als Ofengemüse, kurz gebraten in der Pfanne oder eben fermentiert. Letzteres ist für mich eigentlich die beste Zubereitungsart. Rosenkohl steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe, die durch die Fermentation nicht nur erhalten bleiben, sondern in ihrer Bioverfügbarkeit teilweise sogar verbessert werden. Fermentation gilt damit als eine der wenigen Verarbeitungsweisen, die Gemüse ernährungsphysiologisch aufwerten kann.
Doch was steckt eigentlich im Rosenkohl? Zunächst einmal eine ordentliche Portion Vitamin C, nämlich rund doppelt so viel wie in Zitronen oder Orangen. Dazu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Eisen. Sekundäre Pflanzenstoffe und Flavonoide wirken entzündungshemmend, blutdrucksenkend und antithrombotisch. Rosenkohl wirkt als Radikalfänger und schützt die Zellen vor oxidativem Stress.
Ähnlich wie Brokkoli enthält auch Rosenkohl Sulforaphan, ein sekundärer Pflanzenstoff, dem entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden und der in Studien mit einem schützenden Effekt gegenüber bestimmten chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Nicht zuletzt wirken die im Rosenkohl enthaltenen Bitterstoffe positiv auf den Blutzuckerstoffwechsel und unterstützen eine gesunde Darmfunktion.
Rosenkohl fermentieren: Das Foto zeigt das Gemüse direkt nach dem Angießen der Salzlake.
Was ist mit den Nährwerten?
Uns ist es eigentlich immer sehr wichtig, dir hier im Blog immer verlässliche Nährwerte für unsere Rezepte mitzuliefern. Diesen Service können wir dir allerdings für die Fermentation nicht bieten. Dadurch, dass bei der Fermentation Zucker in Milchsäure umgewandelt wird, verringert sich sogar der Kaloriengehalt der unverarbeiteten Frucht. Gleichzeitig steigt der Vitamin-Gehalt, außerdem nimmst du lebendige Milchsäurebakterien zu dir, die deiner Darmgesundheit zuträglich sind. Da wir aber kein Labor in unserer Küche haben, können wir dies nicht genau beziffern. Daher empfehlen wir, falls du Kalorien zählst, von dem Kaloriengehalt der unverarbeiteten Frucht auszugehen. Sehr wahrscheinlich, ist es sogar etwas weniger.
Rosenkohl fermentieren – so wird’s gemacht
Erster Schritt bei allen unseren Fermenten ist, die Salzlake anzusetzen. Es ist nicht nötig, das Wasser zu erhitzen, damit sich das Salz darin auflöst, einfach etwas warten und ggf. etwas rühren.
Beim Fermentieren ist Hygiene besonders wichtig, schließlich sollen sich nur gesunde Milchsäurebakterien vermehren und nicht krankmachende. Koche daher alle benötigten Utensilien für etwa 10 Minuten ab. Bei kalkhaltigem Wasser gibst du einfach einen Spritzer Essigessenz hinzu, sonst setzt dein Zubehör eine Kalkschicht an, auf der sich auch unerwünschte Bakterien schneller vermehren können.
Auch beim Rosenkohl Fermentieren gilt: die kleinsten Zutaten kommen zuerst ins Glas und werden von größeren bedeckt und so bestenfalls daran gehindert, nach oben zu treiben und dort zu verschimmeln. Daher gibst du zuerst die rosa Pfefferbeeren ins Glas. Den Rosenkohl pellst du solange, bis du nur noch richtig frische grüne Blättchen siehst. Die Schnittfläche unten schneidest du ab. Wenn du magst, kannst du die Rosenkohl-Köpfchen halbieren, ganz lassen funktioniert aber auch. Der Apfel wird gewaschen und in Spalten geschnitten.
Dann schichtest du alles ins Glas, beschwerst dieses mit einem Fermentiergewicht und füllst die Salzlake soweit auf, dass sie das Fermentiergewicht gerade so bedeckt. Zum Schluss kommt der Silikondeckel (auch Pickel Pipe genannt) oben drauf und wird mit dem Metallring festgeschraubt.
Dann heißt es warten. Zwei Wochen braucht der Rosenkohl mindestens, bis er fermentiert, es können aber auch drei Wochen werden. Mir schmeckte er nach zwei Wochen noch zu lasch, daher hab ich ihm noch eine Woche länger gegönnt, bis ich ihn in den Kühlschrank geholt hab.
Welches Zubehör brauche ich?
Was brauchst du, wenn du Rosenkohl fermentieren willst? Grundsätzlich sind wir ja immer sehr für’s Improvisieren und versuchen mit den Utensilien klarzukommen, die wir ohnehin zuhause haben. Ein paar Sachen sind aber sinnvoll anzuschaffen, vor allem, wenn du häufiger fermentieren willst.
Du brauchst auf jeden Fall ein großes Fermentationsglas mit einem Fassungsvermögen von etwa einem Liter. Außerdem sinnvoll sind ein Fermentiergewicht und ein Fermentierdeckel, der Luft ausschließt und die Gase, die bei der Fermentation entstehen sowie überlaufende Flüssigkeit, heraus lässt.
Natürlich kannst du auch Einmachgläser verwenden, die du sowieso da hast, vorausgesetzt der Fermentierdeckel aus Silikon lässt sich damit festschrauben. Statt des Fermentiergewichts kannst du auch Glasmurmeln abkochen und sie in ein sauberes Säckchen geben.
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Rezept
Rosenkohl fermentieren
Das brauchst du
- 1 Fermentationsglas 1 Liter Fassungsvermögen
Zutaten
- 500 g Rosenkohl
- 1 EL rosa Pfefferbeeren
- 0,5 Apfel
- 25 g Salz unbehandelt, ohne Rieselhilfen und Zusätze
- 1 l Wasser
Zubereitung
- Zunächst wird die Salzlake angestellt. Mische dazu 25 g Salz und 1 Liter Wasser und lasse alles stehen, bis sich das Salz komplett aufgelöst hat.
- Sterilisiere dein Equipment: lasse alles in einem großen Topf für 10 Minuten kochen. Wenn du hartes Wasser hast, gib einen Spritzer Essigessenz hinzu.
- Putze den Rosenkohl, schneide die Strünke ab und zupfe soviel Blättchen ab, bis du nur noch die feinen hellgrünen Blättchen hast. Bei Bedarf kannst du den Rosenkohl halbieren.
- Wasche den Apfel und schneide ihn in Achtel und anschließend in feine Scheiben.
- Gib die rosa Pfefferbeeren nach unten in dein Fermentationsglas und schichte nun den Rosenkohl und die Apfelscheiben darüber.
- Setze zum Schluss das Fermentiergewicht oben auf und gieße mit der Lake an, bis das Gewicht komplett mit Wasser bedeckt ist.
- Sollten sich kleine Pfefferbeeren nach oben gemogelt haben, nimm sie heraus, damit sie nicht schimmeln.
- Setze den Silikondeckel auf und drehe ihn mit dem Schraubverschluss fest.
- Lass das Glas für etwa 14 Tage bei Zimmertemperatur ohne direkte Sonneneinstrahlung fermentieren.
- Danach kannst du probieren. Wenn du zufrieden bist, fische das Gewicht heraus, drehe das Glas mit dem Schraubdeckel zu und lagere es im Kühlschrank. Wenn es noch nicht sauer genug ist, lass es noch ein paar Tage fermentieren.

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Da bekomme ich echt Lust, wieder mit dem Fermentieren anzufangen. Aber dieses Mal besorge ich mir wohl wirklich vorherso ein Fermentiergewicht. Danke für die Anregung!
Liebe Grüße
Angela
Liebe Angela,
wie schön, dass wir dich anregen konnten wieder mit dem Fermentieren anzufangen. Gewichte find ich echt wichtig, wenn Kleinzeug ins Glas kommt. Viel Erfolg und liebe Grüße
Kerstin
Mit Rosekohl hab ich das tatsächlich noch nicht probiert. Ist ja wirklich nicht der Klassiker für das Fermentieren. Auch hätte ich auch nicht gedacht, dass sich die Köpfchen auch im Ganzen verwenden lassen.
Liebe Grüße
Heike
Hallo Heike,
ja, das geht tatsächlich im Ganzen. Sie bleiben etwas bissfester und knackiger, aber sie sind ja nicht so riesig. Halbieren geht aber auch gut.
Liebe Grüße
Kerstin