Rauhnächte – Anleitung für Realisten

Achtsam leben, Lebensstil | 8 Kommentare

Seit einigen Jahren erleben die Rauhnächte und entsprechende Rituale eine neue Popularität. Mit Hokuspokus und Esoterik können wir wenig anfangen – die zugrunde liegende Idee der Selbstreflexion dagegen spricht uns sehr an: das alte Jahr bewusst betrachten und innerlich abschließen, um sich anschließend klar und fokussiert auf das neue Jahr auszurichten.

In dieser Rauhnächte Anleitung zeigen wir deshalb einen pragmatischen, alltagstauglichen Ansatz – ganz ohne Räucherwerk, Ritualzwang oder spirituelle Deutungen. Stattdessen geht es um Raum für Gedanken und Gefühle, um Rückblick, Ausrichtung und einen ruhigen, bewussten Übergang ins neue Jahr.

Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren

Magst du die Zeit zwischen den Jahren? Für mich war sie schon immer etwas Besonderes. Die Tage zwischen den Jahren fühlen sich für mich oft ein bisschen länger an, als sie eigentlich sind. Vielleicht, weil ich in dieser Zeit schon immer frei habe. Der Alltag kommt nach der hektischen Vorweihnachtszeit mit einem Ruck zur Ruhe und es ist genug Zeit zum Durchatmen, Nachdenken und inneren Aufräumen.

Um die Zeit zwischen den Jahren ranken sich aber auch viele Mythen und viel Aberglaube. Meine Oma vermied es z.B. konsequent, zwischen den Jahren Wäsche zu waschen und Hülsenfrüchte sollte es nach Möglichkeit auch nicht geben. Viele Menschen vermeiden es in dieser Zeit zum Friseur zu gehen, sich die Nägel zu schneiden, Türen und Fenster offen stehen zu lassen. All das verheiße Unglück im neuen Jahr. Meine andere Oma schickte uns am Silvesterabend unbedingt in die Badewanne, „um den Dreck des alten Jahres abzuwaschen und sauber ins neue Jahr zu gehen“. Ein stilles Zeichen, das alte Jahr bewusst abzuschließen und unbelastet das neue zu beginnen.

Aber woher kommt das überhaupt und warum gibt es überhaupt den Begriff „zwischen den Jahren“, der ein bisschen nach Time Warp klingt? Zeit für eine kleine kulturgeschichtliche Einordnung.

Rauhnächte Wald
Rauhnächte Wald

Über die Bezeichnung Rauhnächte und „zwischen den Jahren“

Als Kind war es mir überhaupt nicht klar, was eigentlich „zwischen den Jahren“ meint, fügt sich doch ein Jahr nahtlos an das andere. Aber spätestens seit ich ein Schulkind war, war mir die besondere Magie dieser Zeit bewusst. Erst  als Erwachsene lernte ich, warum wir diese Formulierung verwenden und dass die Zeit zwischen den Jahren eigentlich oft bis zum 5. Januar (je nach Region auch bis zum Dreikönigstag) gedacht wird.

Lange Zeit bestimmte der Mondzyklus das Zeitgefühl der Menschen. Ein Mondmonat dauert etwa 29,5 Tage und ein Jahr besteht aus 12 Monaten. Wenn man das nun multipliziert, kommt man auf 354 Tage, was etwas weniger als ein Jahr ist. Richtet man sich nur nach dem Mondkalender, dann wandern die Jahreszeiten langfristig, die Erntezeit ist dann plötzlich in einem anderen Monat. Bereits seit der Antike richteten sich die Menschen also auch nach dem Sonnenkalender.

Lange Zeit existierten beide Kalender nebeneinander, der Sonnenkalender für offizielle Anlässe, der Mondkalender für Bräuche und Riten. Die Rauhnächte kann man als Differenz zwischen dem Mondkalender und dem Sonnenkalender verstehen. Diese 12 Tage und Nächte sind also die Zeit, die bis zum astronomisch korrekten Jahresverlauf der Erde um die Sonne fehlt. Zudem fallen diese Tage in die dunkelste, kälteste und stürmischste Zeit des Jahres.

Die Menschen haben versucht, sich diese Zeit zu erklären: In den Erzählungen ziehen Frau Holle oder Frau Perchte sowie Wotan und die Wilde Jagd durch die Lande. Während die freundliche Frau Holle (eher im norddeutschen Raum) oder die etwas strengere Frau Perchte (im Alpenraum) für Ordnung und Regeln im Haus standen, personifiziert Wotan (oder auch Odin) das Chaotische, Wilde, das man besser meidet.

All diese mythischen Gestalten legitimieren, dass in dieser Zeit die Arbeit ruht, dass man drinnen im Haus Einkehr hält. Daher auch die bis zur heutigen Zeit gängigen Aberglauben, keine Wäsche zu waschen (Wotan könnte sich in der aufgehängten Wäsche verfangen) oder Türen und Fenster nicht offen stehen zu lassen, damit keine unerwünschten Geister hereinkommen.

Die Zeit zwischen den Jahren galt als Übergangszeit, in der die Grenze zwischen der physischen Welt und dem Geisterreich als besonders durchlässig gilt. Wenn du mehr über die nordischen und germanischen Kulturen erfahren willst, empfehle ich dir diesen Beitrag über die Wintersonnenwende auf dem Weltenwanderer Blog.

Und was hat es nun mit den Rauhnächten auf sich? Um sich gegen das Böse zu wappnen, wurden die Haushalte früher tatsächlich mit Weihrauch und anderen verbrannten Kräutern ausgeräuchert. Eine mögliche Wortherkunft bezieht sich damit auf Räucher-Nächte. Eine zweite mögliche Deutung bezieht sich auf das Wort „rau“ im Sinne von wild, unheimlich und ungeordnet.

Rauhnächte zwischen Innehalten und esoterischem Kommerz

Wenn du durch Social Media scrollst oder durch Buchhandlungen, Geschäfte und Märkte gehst, wirst du sehr viele Angebote zum Thema Rauhnächte bekommen. Räucherkerzen, Orakelkarten und Rauhnacht-Literatur scheinen sich gut zu verkaufen. Es scheint, als wende man sich uralten Bräuchen und Ritualen zu. Aber so alt ist der ganze Zauber gar nicht.

Die heutigen Rauhnacht-Rituale sind sogar ein sehr junges Phänomen. Was alt ist, sind die Schutzbräuche (Räuchern), Arbeitsverbote (nicht waschen, nicht spinnen oder nähen) und andere Verhaltensregeln sowie die Erzählungen über Figuren wie Frau Holle oder Wotan und die Wilde Jagd. Die ganzen neueren Rituale wie Wunschzettel verbrennen, Orakelkarten ziehen, Monatszuordnungen sind moderne Deutungsmuster, die sich mit dem Aufkommen der New Age-Bewegung in den 1980er Jahren etablierten und durch Social Media in den letzten Jahren weiter gehyped wurden.

Daran ist nichts Schlechtes, diese Rituale spiegeln ein Bedürfnis nach Entschleunigung und Orientierung wider – und Spaß an ein bisschen Magie und Hokuspokus. Wenn du also Lust hast, kannst du diese Rituale gern für dich aufnehmen. Wir persönlich brauchen das nicht, da fehlt uns der Sinn fürs Übernatürliche. Wenn man das Historische, Mythische und Esoterische abzieht, dann geht es im Kern um einen mentalen Übergang von einem Jahr zum nächsten. Eine Zwischenphase, die Platz schafft für Rückblick, innerliche Sortierung und eine neue Ausrichtung fürs neue Jahr. So schaffen die Rauhnächte eine innere Struktur zwischen Abschluss und Neubeginn, bevor einen der Alltag im neuen Jahr dann wieder mitreißt.

Rauhnächte Landschaft
Rauhnächte Landschaft

Journaling statt Räuchern

Journaling habe ich schon gemacht, als das noch gar nicht so hieß. Für mich sind nämlich die Unterschiede zwischen Tagebuchschreiben und Journaling fließend. Tagebuchschreiben im Sinne von „ich erzähle, was ich am Tag so erlebt hab“ mache ich eigentlich nur, wenn ich auf Reisen bin. Meine privaten Tagebücher bestanden schon immer mehr aus Reflexionen und dem Niederschreiben von Gedanken und Gefühlen. Und genau um so etwas soll es bei unserer pragmatischen Rauhnächte Anleitung gehen.

Statt Träume zu deuten, zu räuchern oder Wünsche zu verbrennen, soll es darum gehen, an 12 Tagen für dich 12 Impulsfragen zu beantworten. Dabei ist es völlig egal, ob du dir dazu ein schönes Notizbuch und deinen Lieblingsstift nimmst und von Hand schreibst oder digital in einer Notizen-App oder am Laptop. Wichtig ist viel mehr, dass die Hürde nicht so hoch ist und dass es gut in deinen Alltag passt. Alles, was du brauchst, sind ein paar Minuten: vielleicht fünf Minuten am Abend oder drei Minuten nach dem Aufwachen und drei Minuten vor dem Einschlafen. So, wie es am besten passt.

Wenn du magst, kannst du auch deine Familie einbeziehen. Eigentlich eignen sich alle Fragen auch für einen Impuls am Frühstücks- oder Abendbrottisch. Vielleicht praktiziert ihr schon kleine Dankbarkeitsrituale und seid daher mit so einem Format schon längst vertraut. Dann lässt sich das ganz einfach ergänzen. Keiner muss antworten, keiner wird gezwungen etwas aufzuschreiben. Aber wer mag, kann mit dieser Frage über den Tag etwas in sich gehen.

Würdigung, Reflexion und Ausrichtung auf das neue Jahr

Nun kommen wir zum Kernstück unserer Rauhnächte-Anleitung für Realisten. Die folgenden Impulsfragen sind aus mehreren Quellen entstanden: aus meiner Beschäftigung mit Literatur zu den Rauhnächten, aus eigener Erfahrung mit Journaling und Meditation – und mit pragmatischer Unterstützung durch ChatGPT. Meines Erachtens eignet sich KI sehr gut als Denk- und Strukturhilfe, deshalb kam sie bei der Entwicklung dieser Fragen bewusst zum Einsatz.

Im traditionellen Brauchtum lassen sich im Wesentlichen zwei Phasen unterscheiden. Mit dem ersten Weihnachtstag endet das Mondjahr, der Alltag kommt abrupt zum Stillstand. Es wird nicht mehr gearbeitet, man widmet sich Schutzbräuchen wie dem Räuchern, „schließt das Haus“ und zieht sich in den geschützten Innenraum zurück. Kontakte zur Außenwelt werden reduziert. Erst mit dem neuen Jahr beginnt dann die Phase des Neubeginns.

In der modernen Esoterik haben sich dagegen Rituale etabliert, die sich grob drei Phasen zuordnen lassen: erstens Reinigung und Loslassen, zweitens Deutung – etwa indem jeder Rauhnacht ein Monat des kommenden Jahres zugeordnet oder Träume und äußere Zeichen interpretiert werden –, und drittens Manifestation und Ausrichtung, also das Formulieren von Wünschen, Visionen und Dankbarkeitsritualen.

Für mich persönlich passt diese Reihenfolge jedoch nicht gut zur emotionalen Dramaturgie rund um Weihnachten und Silvester. Deshalb ordne ich unsere Impulsfragen anders und orientiere mich an drei Phasen, die sich für mich stimmiger anfühlen:

  • Würdigung des vergangenen Jahres

  • Reflektieren und Sortieren

  • Innere Ordnung und Ausrichtung auf das neue Jahr

Rauhnächte Schnee
Rauhnächte Schnee

12 Impulsfragen für 12 Tage

Damit nehmen wir Rücksicht auf Stimmungen und Befindlichkeiten rund ums Weihnachtsfest. Für mich fühlt es sich befremdlich an, an Weihnachten dazusitzen und zu reflektieren, was ich bewusst loslassen und zurücklassen möchte. Da sind für mich eher Gefühle der Verbundenheit, der Dankbarkeit und der Erinnerungen präsent. Du kannst das aber natürlich beliebig für dich anpassen.

Uns ist durchaus bewusst, dass nicht alle Menschen eine große Familie und viele Freunde haben und manches Weihnachtsfest auch einsam ist und man ganz andere Bedürfnisse hat. Wenn für dich eine andere Sortierung stimmiger ist, dann nur zu: Es hat eben nichts mit Magie zu tun und du kannst das ganz flexibel für dich anpassen.

Phase 1 – Würdigung des vergangenen Jahres

  • Tag 1 – 25.12. – Wofür bin ich dankbar?
    • Hattest du in diesem Jahr besondere Erlebnisse, für die du dankbar bist?
    • Manchmal sind es auch einfach die kleinen, stillen guten Momente.
    • Vielleicht sind es auch Begegnungen mit Menschen?
    • Schau auch auf die vielen Selbstverständlichkeiten in deinem Leben. Wofür bist du dankbar?
  • Tag 2 – 26.12. – Was hat mir in diesem Jahr gut getan – und warum?
    • Gibt es gute Gewohnheiten oder Routinen?
    • Vielleicht sind es bestimmte Orte, die dir Kraft gegeben haben?
    • Vielleicht ist es der Sprachkurs, der Sportverein oder Zeit, die du nur für dich hattest?
    • Was genau hat dir daran gut getan?
  • Tag 3 – 27.12. – Worauf bin ich stolz, auch wenn es niemand sieht?
    • Hast du im vergangenen Jahr einen Meilenstein erreicht?
    • Oder hast du es einfach „nur“ geschafft, unbeschadet durch deinen Alltag zu navigieren? Oft erledigen wir Arbeit, die für andere unsichtbar ist und trotzdem ist es etwas, worauf man stolz sein kann.
    • Vielleicht hast du mit dem Rauchen aufgehört oder mit einer Sportroutine angefangen? Oder hast du etwas Schwieriges durchgestanden?
  • Tag 4 – 28.12. – Welche Beziehungen tragen mich?
    • Welche Menschen in deinem Umfeld tun dir gut?
    • Gibt es tolle Gespräche, an die du dich gern erinnerst?
    • Gibt es neue Verbindungen, die du vielleicht im neuen Jahr stärken willst?

Phase 2 – Reflektieren und sortieren

  • Tag 5 – 29.12. – Was habe ich über mich selbst gelernt?
    • Gibt es Muster in deinem Verhalten?
    • Haben sich dein Denken und Fühlen im Lauf des vergangenen Jahres verändert?
    • Wie reagierst du unter Druck? Brauchst du im neuen Jahr z.B. mehr Ruhe?
  • Tag 6 – 30.12. – Was hat mir Kraft genommen?
    • Was sind deine größten Energieräuber?
    • Gibt es Menschen, Situationen oder Verpflichtungen, die dich sehr viel Kraft kosten?
    • Hier geht es zunächst nur darum, hinzuschauen und zu benennen.
  • Tag 7 – 31.12. – Was lasse ich im alten Jahr zurück?
    • Wenn wir hier nochmal an Omas Tradition denken, am Silvesterabend ein Bad zu nehmen, um den „Dreck des alten Jahrs“ abzuwaschen: Was darf ganz bewusst im alten Jahr bleiben?
    • Wovon willst du Abschied nehmen? An Silvester hat der Abschied Programm, du darfst die Dinge hinter dir lassen und sauber ins neue Jahr gehen.
    • Womit möchtest du in Frieden abschließen? Was darf im alten Jahr bleiben?
  • Tag 8 – 01.01. – Welche Routinen möchte ich mitnehmen?
    • Hier geht es ganz bewusst nicht um Neujahrsvorsätze, die womöglich schon in drei Wochen passé sind. Du bist am 01.01. kein neuer, anderer Mensch.
    • Es geht um die kleinen, konkreten, alltäglichen Routinen, die sich bewährt haben. Welche davon willst du weiterführen oder reaktivieren im neuen Jahr?
    • Hier kann es sowohl um sportliche und gesundheitliche Routinen, soziale Routinen (regelmäßige Treffen, Telefonate oder auch Cafébesuche) als auch digitale Routinen gehen.

Phase 3 – Innere Ordnung und Ausrichtung auf das neue Jahr

  • Tag 9 – 02.01. – Welches Bedürfnis habe ich zu oft ignoriert?
    • Hier steht erstmal die Wahrnehmung deiner eigenen Bedürfnisse im Vordergrund. Welche sind im vergangenen Jahr zu kurz gekommen?
    • Vielleicht geht es um Schlaf, Ruhe, Pausen oder unverplante Zeit? Vielleicht auch um Kreativität, um Futter für deinen Geist? Vielleicht geht es um mehr Autonomie?
    • Welche Bedürfnisse hast du zu sehr ignoriert, worauf möchtest du im neuen Jahr mehr achten? Vielleicht kannst du kleine, leise Veränderungen etablieren, die dir gut tun.
  • Tag 10 – 03.01. – Welche Grenzen tun mir gut?
    • Wo sagst du Ja, obwohl du eigentlich lieber Nein sagen würdest?
    • Wo wünschst du dir mehr Abstand?
    • Denke auch daran, digital Grenzen zu ziehen (Erreichbarkeit).
  • Tag 11 – 04.01. – Was möchte ich neu lernen und ausprobieren?
    • Gibt es etwas, das du schon immer lernen wolltest? Vielleicht ein Musikinstrument, eine Fremdsprache oder eine Sportart?
    • Was weckt deine Neugier?
    • Hier geht es um Spaß, nicht um Leistungsdruck.
  • Tag 12 – 05.01. – Wie möchte ich mich im neuen Jahr fühlen – und was ist ein erster Schritt?
    • Diesen Punkt lasse ich bewusst ganz offen: Mit welcher Haltung möchtest du dem neuen Jahr begegnen?
    • Veränderung beginnt mit einem klitzekleinen Schritt. Welcher ist es bei dir?

Komm mit auf die Reise

Wir haben das so tatsächlich auch noch nicht gemacht. Auch wir werden uns also ab dem ersten Weihnachtstag auf die Reise begeben und die 12 Impulsfragen beantworten. Jeder für sich (vermutlich digital, weil das einfach leichter für uns ist). Aber auch im Gespräch miteinander.

Vielleicht hast du Lust mitzumachen? Erzähl uns in den Kommentaren von deinem Rauhnächte-Programm.

Ein Update nach 12 Tagen

In den Rauhnächten 2025/26 haben wir diese Impulsfragen zum ersten Mal für uns beantwortet. Wir sind neugierig, aber ohne Druck und Verbissenheit an die Sache herangegangen. Wir haben morgens die Frage benannt, sie ggf. unserer Tochter kindgerecht erklärt und sie dann mit in unseren Tag genommen. 

Abends haben wir uns gemeinsam über die Fragen ausgetauscht. Es war erstaunlich, wie schnell auch unsere Tochter dieses neu gewonnene Ritual eingefordert hat. Irgendwie waren die 12 Fragen wie die Fortführung eines Adventskalenders, sie haben uns begleitet und durch diese ansonsten so unstrukturierte Ferienzeit geführt. 

Wichtig war, dass niemand etwas teilen musste. Jeder Erwachsene hat für sich ein paar Notizen aufgeschrieben und abends haben wir gemeinsam darüber gesprochen. Unsere Tochter konnte bis auf zwei Fragen alle altersangemessen beantworten. Einzig zur Frage 9 (ignorierte Bedürfnisse)  und 10 (Grenzen) fiel ihr nichts ein, was für eine 8-jährige total okay ist. Was aber trotzdem sehr wertvoll war, war das sich anschließende Gespräch über Bedürfnisse und Wünsche. 

Es ist nichts Magisches in diesen Rauhnächten passiert, aber wir haben sie als sehr wohltuenden Rahmen empfunden, der uns gut ins neue Jahr geleitet hat.